Musiktheater heute
Harrison Birtwistle: The Io Passion

Harrison Birtwistle

The Io Passion

A Chamber Opera
Libretto von Stephen Plaice

Aufführungen in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere:
Do, 10. Februar 2011 (ausverkauft)

Weitere Vorstellungen:
12., 15., 17., 19., 22., 24. Februar 2011

Beginn: 19.30 Uhr

Karten

 

„Io Passion“ erzählt von einer Frau, die von einer ihr bislang unbekannten sexuellen Leidenschaft zu einem Mann erfüllt wird. Sie versucht, sich Klarheit darüber zu verschaffen. Aber die einmal aufgeschreckten Götter und Dämonen gönnen ihr keine Ruhe.
Die zivilisierte Oberfläche ihres Seins wird zusehends von Mysterien beherrscht. Die Frau muss sich eingestehen: „Irgendetwas haben wir erweckt, das wir hätten schlafen lassen sollen.“
Der britische Komponist Harrison Birtwistle – Jahrgang 1934 – hat mit seiner 2004 in Aldeburgh uraufgeführten „Io Passion“ vielleicht am eindruckvollsten verwirklicht, was ihm immer schon sein schöpferisches Anliegen war: die mythische Durchdringung der heutigen Welt.

Musikalische Leitung: Daniel Hoyem-Cavazza
Inszenierung: Nicola Raab
Ausstattung: Claudia Doderer
Lichtdesign: Christian Weißkircher

Woman 1 / Hera: Brigitte Pekarek
Woman 2 / Hera: Jennifer Davison
Woman 3 / Io: Barbara E. Schedel

Man 1 / Inachus: Hans Gröning
Man 2 / Zeus: Ben Maddox
Man 3 / Hermes: Rupert Bergmann

Kammerensemble der Wiener Kammeroper

Künstler-Biographien

Notizen zur Aufführung

1 Mann, 1 Frau
6 Darsteller
7 Wiederholungen
1 Handlung
7 Mal

Ein Mann, eine Frau - ein Paar ? - verbringen den Nachmittag am Ort der heiligen Mysterien in Lerna, Griechenland. Was zwischen beiden vorfällt, übersteigt jegliche Vorstellungskraft. Nichts ist mehr wie zuvor. Zwischen ihnen, für jeden von ihnen.
Kein Mittel kann das Ereignis greifbar, begreifbar machen; weder die Wiederholung, noch das Wiedererzählen, noch das Niederschreiben helfen. Kein Alltagsritual kann das Geschehen ungeschehen machen. Allein das Mythologische ist als Kategorie der Einordnung angemessen.

„ the myth of Io offers a primitive pre-dramatic representation of the moon-goddess. In ancient rite, the moon was often worshipped as a celestial cow, because the new moon resembled cow-horns. In dramatic ritual, this cow would have sported three colours: white for the new moon, red for the harvest moon, and black for the moon when it had vaned. These also represent the three phases of the moon-goddess: the virgin, the woman, and the crone…“

3 Farben
3 Frauen
3 Alter

Mädchen, Frau, altes Weib – vom mythologischen Ritus zum Leben erweckt, der Übergang vom Mädchen zur Frau mit Gewalt herbeigeführt, und danach gefangen in der Bewältigung des Ereignisses, alt werdend, alt geworden?

Nicola Raab